Schuhplattler

Diesen Sommer verbrachte ich einige Urlaubstage in Murau, in der Steiermark. Wozu weit weg fliegen, wenn Österreich so viele großartige Plätze bietet? Wiesen, Wälder, Seen, Berge, Kühe, Ziegen, Schafe, Häschen, österreichische Küche, Sonne, Gewitter, saubere Luft, kein Verkehr, keine Menschenmassen, kleine Dörfer mit freundlichen Einwohnern und idyllische Wanderwege mit Berghütten. Das Beste: Kein Makeup notwendig. Für mich der perfekte Platz, um den Kopf frei zu bekommen und abzuschalten.

Nicht nur das Landleben, sondern auch die österreichische Tracht gefällt mir sehr gut. Die Kombination aus Ländle, Lederhosen und Tanz macht mich dann endgültig glücklich. Die Schuhplattler haben es eindeutig drauf. Der Volkstanz, der in Österreich, Südtirol und Oberbayern populär ist, garantiert einfach gute Laune. Sein Ursprung geht bis ins Mittelalter zurück. Der Name „Schuhplattler“ existiert seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Erfunden wurde der Schuhplattler von einfachen Leuten wie Bauern, Holzfällern und Jägern. Da sie weder schreiben, noch lesen konnten, durch ihre körperliche Arbeit aber sehr gut gebaut waren, bewiesen sie sich durch ihre Muskelkraft und ihr gutes Gefühl für Rhythmus. Anfänglich war der Plattler ein Werbetanz im Drei-Viertel-Takt. Zuerst „plattlerte“, also schlug, sich der Bursche selbst auf die Schenkel, Knie und Fußsohlen, klatschte in die Hände und stampfte mit den Füßen auf den Boden. Zum Abschluss schnappte er sich ein Dirndl und gemeinsam legten sie noch einen walzerähnlichen Tanz hin. Es ging darum – wie so oft beim Tanzen – die Dame zu beeindrucken und von sich zu überzeugen.

Mit der Zeit entwickelten sich immer schwierigere Schlagfolgen. Um diese zu beherrschen waren viele Proben, bei denen nur Burschen anwesend waren, notwendig. So kam es dazu, dass einige Vereine bei den Tanzaufführungen ganz auf die Mädchen verzichteten. Nach dem Motto: „Bei den Proben klappte es doch auch ganz gut ohne sie...“ Der Schuhplattler legte also einen Grundstein für den Männertanz.

Es dauerte nicht lange bis der Schuhplattler zu einer Touristenattraktion wurde. Den wirtschaftlichen Vorteil lässt man sich bis heute nicht entgehen.

Schließlich formten die Gebirgstrachten-Erhaltungsvereine den Werbetanz ab 1880 langsam in einen Schautanz um. Sie entwickelten strenge Regeln, wie der einst freie Schuhplattler-Tanz auszusehen hat. Ich finde, dass der Volkstanz auch ohne Improvisation sehr authentisch wirkt. Wie dem auch sei, der Schuhplattler ist schon eine ganz besondere Tradition. 

Roberto Bolle & friends

In der antiken Arena von Verona versammelten sich am 17. Juli 2017 rund 22.000 Zuschauer um Roberto Bolle und seine Kompanie zu sehen. Darunter auch ich! Die Atmosphäre war der Wahnsinn. Ich saß in einer warmen Sommernacht unter freiem Sternenhimmel auf den steinernen Stufen des römischen Amphitheaters. Das Beste war, dass man sich sowohl Essen und Trinken, als auch Sitzpolster selbst mitbringen konnte. Das wäre in der Wiener Staatsoper unvorstellbar! Außerdem ist es in der Arena ein Brauch vor Beginn einer Vorstellung kleine Kerzen anzuzünden, um die Kultur zu würdigen. Die Kerzen werden beim Eingang an alle Zuseher verteilt. Brennen schließlich alle Kerzen, sieht es so aus, als hätte sich der Sternenhimmel auf die Publikumsplätze ausgeweitet. Es ist wirklich unbeschreiblich schön. Ich würde fast sagen, dass ein Besuch in die Arena von Verona auf der Liste, auf der die Dinge stehen, die man in einem Leben unbedingt noch erleben möchte, nicht fehlen darf. Bis jetzt habe ich erst über die Rahmenbedingungen gesprochen. Die eigentliche Show hat aber alles getoppt!

Roberto Bolle ist italienischer Balletttänzer und Modell. Er wurde 1975 in Piemont geboren. Schon mit 7 Jahren startete er seine Karriere. 1990 wurde er sogar von Rudolf Nurejew für eine Hauptrolle ausgewählt. Seit 1996 ist er freiberuflich tätig. Ab diesem Zeitpunkt erlebte er weitere zahlreiche internationale Erfolge. 

Hier könnt ihr noch das Programm vom 17. Juli. 2017 und eine kurze Video-Dokumentation über die Show sehen. 

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Der letzte Tag meiner Tanzausbildung

Am 1. Juli 2017 erhielt ich endlich mein Diplom für den zweisemestrigen Lehrgang für zeitgenössischen und klassischen Tanz! Es war ein großartiges, aber auch intensives Jahr mit 9 weiteren sehr lieben Mädels, die ich heute als Freundinnen bezeichnen darf.

Gemeinsam arbeiteten wir an Choreographien und Techniken in den Fächern Modern Dance, Jazz Dance, Ballett, Hip Hop und Afro Dance. Außerdem hatten wir das Fach "Improvisation", indem ich persönlich extrem viel mitgenommen habe. Beispielsweise lernte ich aus minimalen äußeren Impulsen, vollständige Bewegungen zu kreieren. Für mich war das damals eine ganz neue Herangehensweise. Das war auch der Zeitpunkt, an dem ich das erste Mal die Verbindung zwischen Tanz und Kunst erkannt habe.

Vor allem Dank unser inspirierenden TrainerInnen, Hannah, Bianca, Cäcilia, Vito und Adrian, haben wir unsere Abschlusspräsentation frei nach dem Motto "Fake it til you make it" im wahrsten Sinne des Wortes gut über die Bühne gebracht. Ein großes Dankeschön noch einmal an euch alle!

Für Interessierte: Der Standort meiner besuchten Ausbildung ist in der Marchettigasse 14/1 im 6. Bezirk. Der Unterricht findet dreimal wöchentlich, nämlich Montag bis Mittwoch von jeweils 18.00 bis 21.00 Uhr statt. Der Lehrgang geht über zwei Semester. Die Ferien sind die gleichen einer Universität. Anwesenheitspflicht sind 75%. Am letzten Tag der Ausbildung gibt es eine Abschlusspräsentation, bei der aus jedem Fach eine oder mehrere Choreographien aufgeführt werden. Man schließt mit einem Diplom ab und ist somit berechtigt, in Tanzstudios zu unterrichten. Ich kann diese Tanzausbildung nur weiterempfehlen! Unter diesem Link könnt ihr euch weitere Informationen holen: www.tanzausbildung.wien  

Foto: Markus Hippmann

Foto: Markus Hippmann