Runaway

Am 5. Oktober 2010 wurde der Kurzfilm „Runaway“ von Kanye West in Paris erstmalig gezeigt. Kanye West ist ein US-amerikanischer Rapper, Sänger, Musikproduzent und Modedesigner. Er zählt nicht nur zu den erfolgreichsten Musikern aller Zeiten, sondern auch zu den einflussreichsten Menschen überhaupt. Man kann schon sagen, dass er es geschafft hat!

Aber nun zurück zu seinem Film: Der Film wurde zu seinem Album „My beautyful dark twisted fantasy“ in Prag gedreht und dauert 35 Minuten. Er handelt von einer skurrilen Liebesbeziehung zwischen einem Mann (ihm selbst) und einem Wesen, das halb Frau und halb Phönix ist. Es geht darum, das weibliche Wesen in die menschliche Welt zu integrieren, um die Liebe zueinander aufrechterhalten zu können. Leider ohne große Erfolge...

West beschreibt seinen Film als eine Darstellung seiner Träume. Die Geschichte zum Film erträumte sich Kanye also großteils und auch die künstlerische Inszenierung stammt von ihm. Kanye holte sich seine Inspiration unter anderem von den Musikvideos „Thriller“ von Michael Jackson und „The Wall“ von Pink Floyd. Aber auch Modedesigner Karl Lagerfeld und Künstler wie Pablo Picasso und Henri Matisse beeinflussten ihn auf eine Art und Weise.

Ein Song seines Albums trägt den gleichen Namen, wie der Film selbst. Zu dem Song „Runaway“ gibt es eine Szene, in der Ballerinas des Prager Nationaltheaters tanzen. Choreographiert wurde die Tanzszene von Yemi Akinyemi Dele, einem tschechischen Choreograph, Tänzer und Künstler. Yemi gründete 1999 die JAD Dance Company in Prag.

Abschließend noch ein wörtliches Filmzitat des Phönix, das die Thematik gut auf den Punkt bringt: „Do you know what I hate most about your world? Anything that is different you try to change“ Auf Deutsch bedeutet ihre Aussage, dass Menschen nichts akzeptieren, was anders ist. Im Gegenteil: Sie versuchen das „Andere“ zu ändern, anstatt es zu verstehen. Das empfindet sie als das größte Problem und damit ihr selbst dieses Schicksal nicht widerfährt,  möchte sie diese Welt verlassen. 

Ich persönlich finde, dass der Kurzfilm von Kanye West ein künstlerisches Meisterstück mit einer Message dahinter ist. Was den Film in meinen Augen so auszeichnet, ist der Fantasy-Touch, der es mir beim Zusehen ermöglicht, in eine Traumwelt abzutauchen und mich dazu inspiriert, etwas ganz Neues auszuprobieren. Der Film vermittelt mir die Sicherheit, dass das auch ganz einfach möglich ist. Man muss nur den richtigen Weg finden. Eigentlich fordert er mich regelrecht dazu auf, einer erst vor Kurzem aufgekommenen Vision nachzugehen. Das ist zumindest das Gefühl, das bei mir aufgekommen ist, als ich den Film das erste Mal gesehen habe. Auch beim zweiten Mal. Und beim dritten und vierten Mal auch. 

Baby, I got a plan
Run away fast as you can