Was genau ist Hip Hop?

Hip Hop ist nicht nur eine Musikrichtung oder ein Tanzstil. Hip Hop ist eine Lebenseinstellung. Die vier Elemente des Hip Hops sind Rap, Breakdance, DJing und Graffiti. Dazu kommen noch weite Kleidung, Kappen, glänzender Schmuck („Bling-Bling“) und eine eigene Sprache. 

Die Kultur des Hip Hops hat ihren Ursprung in den 70er Jahren in den afroamerikanischen Ghettos von New York City. Hier lebte die soziale Unterschicht, die ihre Missstände auf irgendeine Weise ausdrücken wollte. Der Hip Hop war genau das richtige Medium für diese Jugendbewegung.

Angefangen hat alles mit Blockparties auf der Straße. Da gab es die DJs, die zwei Plattenspieler zusammenschlossen, auf diese Weise zwei Platten miteinander mischten und so neue Musik kreierten. Dazu kam das Beatboxen und der Rap, ein rhythmischer Sprechgesang, durch den tiefgründige und politische Texte überliefert wurden. In den Texten ging es oft um Gefahren und um das harte Leben in der Stadt. Oft verbreiteten Hip Hop-Künstler aber auch Messages über die Liebe, den Frieden oder die Akzeptanz von Minderheiten. Auch die sogenannten Writer, brachten ihre Botschaften mit ihren Graffitis an den Hauswänden an. Um das Ganze abzurunden, kam noch der Breakdance ins Spiel. Als Tanzuntergrund wurde einfach ein Stück Karton benützt. Den fand man kostenlos auf der Straße. Breakdance besteht nämlich aus sehr akrobatischen Figuren, für die ein weicher Boden, der auch als Drehscheibe benützt werden kann, hilfreich ist. In den „Battles“ auf der Straße bewiesen sich zwei Gegner nun durch tänzerisches Können anstatt von Gewalt.

Ein kleiner Exkurs: In der Hip Hop-Geschichte bestand übrigens eine große Rivalität zwischen den Rappern der East Coast (New York City) und den Rappern der West Coast (Los Angeles). Leider wurde der „Beef“ nicht nur durch Tanz-Battles ausgetragen, sondern endete mit mehreren Todesfällen von bekannten Rappern, wie zum Beispiel Tupac Shakur und Notorious B.I.G.  

Vor allem die DJs, die MCs (Masters of Ceremony) und die B-Boys und B-Girls (Breakdancer) arbeiteten also eng zusammen. Die Graffiti-Küstler unterstrichen die Hip Hop Kultur im wahrsten Sinne des Wortes noch zusätzlich.

In dem weiteren Blogeintrag möchte ich nun speziell auf die Tanzschiene des Hip Hops eingehen: Neben Breakdance fallen noch weitere Tanzstile, nämlich Popping und Locking, unter den Überbegriff „Streetdance“. Warum Streetdance? Na klar: Anfänglich wurden diese Tanzarten auf der Straße getanzt. Popping wird fast nur im Stand ausgeführt und besteht aus langsamen roboterartigen Bewegungen, die sich mit weichen Figuren abwechseln. Beim Locking werden alle Bewegungen groß, dynamisch und manchmal auch übertrieben getanzt.

Durch den im Jahr 1980 veröffentlichten Song „Rappers delight“ von der Sugar Hill Gang wird Hip Hop endlich der breiten Masse zugänglich. Der Song wird im Radio auf und ab gespielt. Zu diesem Zeitpunkt erkennt die Musikindustrie den Kommerz des Hip Hops. Bald darauf findet der Hip Hop vor allem bei weißen, wohlhabenden Jugendlichen in den USA großen Anklang. Der Film „Flashdance“ aus dem Jahr 1983 macht Hip Hop-Tanzstile schließlich weltweit beliebt. Es dauert nicht lange bis die ersten professionellen Hip Hop-Tanzgruppen entstehen. Mittlerweile ist Hip Hop eine offizielle Sportart mit Europa- und Weltmeisterschaften.